Uelzen – Die Mütze ist sein Markenzeichen, seine Werke immer auch Geschenke an die Hansestadt Uelzen, in der er seit Jahrzehnten künstlerisch aktiv ist: Georg Lipinsky feiert am Montag seinen 85. Geburtstag. Anlässlich des Jubeltages zeigt der Bund Bildender Künstler (BBK) Uelzen ab Sonntag in der Galerie im Historischen Zentrum in Oldenstadt neuere und neueste Arbeiten des Künstlers.
Die Neigung zur Kunst, sie liegt wohl in Lipinskys Familie. Der Großvater hat schon Skizzen erstellt, Verwandte leben von der Kunst oder künstlerischen Berufen. „Es gibt da einen Trend in der Familie“, sagt Georg Lipinsky einmal.
Als Kunsterzieher findet er den Weg zum Bund Bildender Künstler (BBK) in Uelzen, er übernimmt in der Ortsgruppe die verschiedensten Aufgaben, ist lange Jahre auch der Vorsitzende. Er gehört auch der Künstlergruppe „Die Arche“ in Hameln an. Lipinsky ist auch Gründungsmitglied des Kunstvereins Uelzen. Und er begeistert sich für Uelzen – in Form der politischen Arbeit. Von 1981 bis 1996 ist Georg Lipinsky Uelzener Ratsherr. Es ist der Umgang mit Atommüll, der ihn politisch aktiv werden lässt, ohne dass er einer Partei beitritt.
Uelzen ist auch immer wieder Gegenstand seines künstlerischen Schaffens. Im Innenhof der St.-Petri-Kirche ist genauso ein Terrakotta-Fries von ihm zu finden wie an der Gertruden-Kapelle und unweit der Propstei – die Tafeln erzählen geschichtliche Episoden und die Uhlenköper-Saga. Zum 80. Geburtstag schuf er 20 Motive und 35 Keramikfiguren, die „Uelzener Legenden“ erzählen – bitterernst sind sie nicht zu nehmen. Es sind mehr künstlerische Kommentare, als dass sie Anspruch auf Geschichtstreue erheben. In ihnen tauchen Uelzener Originale wie Ludwig König, Fritz Schüler oder Reinhard Schamuhn auf. Sie erzählen ihre Geschichte, wie das Goldene Schiff wohl nach Uelzen kam und warum es ein „rotes Rathaus“ in der Stadt gibt.
Collagen dürfen bei ihm auch nicht fehlen, sie sind sein Steckenpferd. Aus gutem Grund: Lipinsky startet nicht mit einer klaren Vorstellung davon, wie das Bild am Ende aussehen soll. Seine Werke „wachsen“. So ist es auch bei seiner neuen Ausstellung „… noch erzähle ich Geschichten“ gewesen.
Den Begriff Geschichte wörtlich nehmen, ihn zerlegen und neu zu ordnen ist ein Anliegen des Künstlers Georg Lipinsky, wie er nun bei der anstehenden Werkschau demonstriert: Geschichte, Geschehen, Gesehenes, Sehen, Sicht, Sichten.
Die Collagen greifen auf Vorgegebenes zurück, stellen neu zusammen, werten neu und erzählen aus der Sicht des Künstlers neue Geschichten. Die Freude am Fabulieren und die Lust den Betrachter zu verwirren sind den Arbeiten anzusehen.
Die Eröffnung der Ausstellung ist am Sonntag, 17. August, um 17 Uhr in der Galerie. Die Ausstellung ist zudem Samstag, 23., und Sonntag, 24. August, jeweils von 15 bis 17 Uhr geöffnet. Der Künstler wird anwesend sein. In seinem Jubiläumsjahr wird er noch in der St.-Petri-Kirche und im Uelzen Museum ausstellen.