Die Kreuzung gehört zur sogenannten Vorrangroute Ost, auf der es Radfahrern ohne große Hürden möglich sein soll, zwischen Oldenstadt und Uelzener Innenstadt zu verkehren. Wo Lindenstraße und die viel befahrene Bernhard-Nigebur-Straße, Bestandteil des Ostrings, aufeinandertreffen, ist das nach dem Ist-Zustand nicht ohne Weiteres möglich. Daraus entwickelte sich die Frage, ob nicht den Radfahrern freie Fahrt eingeräumt werden müsse.
Um eine Antwort zu finden hat man sich auch noch externer Expertise bedient, wie Uelzens Stadtbaurat Dr. Andreas Stefansky am Montagabend ausführte. Dabei sind auch Fahrzeuge gezählt worden. Dabei zutage gefördert wurde, dass sich bis zu 85 Prozent des motorisierten Verkehrs auf dem Ostring nicht an die Geschwindigkeitsvorgaben halten; zudem ist ein Verhältnis an Kreuzung von 8:1 vom motorisiertem zum Radverkehr festzustellen.
Für Joachim Delekat war angesichts eines solchen Mengenverhältnisses die Situation eindeutig, er sprach sich gegen einen Vorrang für Radfahrer aus. „Es kann nur bleiben, wie es ist. Die Mehrheit sind die Autofahrer“, so der UWG-Ratsherr. Auch CDU-Fraktionsvorsitzender Stefan Hüdepohl griff die Größenordnung auf, plädierte dafür, die für einen Umbau der Kreuzung veranschlagten 55.000 Euro sinnvoller an anderer Stelle einzusetzen; zugleich nannte er Beispiele.
Auch für Ralf Munstermann (UWG) kam ein Vorrang für Radler nicht infrage, er zitierte dabei aus den Gutachten, wonach Unfallgefahren bestünden, sollte man die Verkehrsregelung ändern. Dr. Günther Riedl nannte die Idee, den Radfahrern Vorrang einzuräumen, „praxisuntaugliche ideologische Pläne, die das, was gut funktioniert, schlechter und teuer machen.“
Klaus Knust, Vorsitzender der SPD-Fraktion, sagte, es sei unstrittig, dass mehr Autos als Radfahrer den Kreuzungspunkt passierten, zur Wahrheit gehöre aber auch, dass es ein systematisches Überschreiten der Geschwindigkeit gebe. Eine mit der Vorrang-Regelung verbundene verlängerte Tempo-30-Zone könne hier helfen. Dr. Timo Viehl (Grüne) nannte das Radwegenetz in Uelzen einen Flickenteppich. Jetzt bestünde die Chance, einmal eine durchgängige Verbindung für Radfahrer zu schaffen.
Das Argument führte auch Bürgermeister Jürgen Markwardt an. „Wir sind eine Autostadt“, sagte er. Was bedeute es dann, dieses eine Mal den Radfahrern eine Verbesserung zuzugestehen? Er wunderte sich, welche Dimension die Debatte um die Kreuzungsstaltung angenommen habe. Sich eine Antwort darauf zu geben, vermochte er nach eigenen Worten nicht. Auch Elke Schulze (Grüne) wurde grundsätzlicher: Warum sei in der Debatte der Kulturkampf Auto gegen Radfahrer zu spüren?
So weit die Auffassungen auseinanderlagen, so knapp war am Ende das Ergebnis: 20 Ratsfrauen und -männer stimmten für einen Vorrang der Radfahrer, 19 dagegen. Die entscheidende Stimme war Melanie Kamschütz, einst FDP-Ratsfrau, jetzt Mitglied der CDU-Fraktion, die sich für die freie Fahrt der Radler aussprach. „Aus Überzeugung in der Sache“, wie sie anschließend gegenüber der AZ erklärte. Sie wohne unweit der Kreuzung, erlebe aus der eigenen Betrachtung die Verkehrssituation. Zu der gehöre, dass Schulkinder aus Oldenstadt sich gar nicht erst trauen würden, die Kreuzung zu queren; für sie werde nun eine Verbindung geschaffen. Und mit Blick auf die Statistik erinnerte sie daran, dass die Verkehrszahlen im November erhoben worden seien. Sie heranzuziehen sei, wie im Januar über Besucherzahlen im Freibad zu diskutieren.
Was passiert nach dem Beschluss?
2026 wird sich, wenngleich der Beschluss nun gefasst ist, noch nichts ändern. Dr. Andreas Stefansky erklärte, dass zunächst die Vorrangroute vom Hammerstein-Kreisverkehr aus bis zur Kreuzung gestaltet werden soll, im kommenden Jahr dann von der Kreuzung bis zum Meyerholztunnel in Oldenstadt. Damit bleibe auch die Zeit, planerisch nachzufassen. Denn laut externer Bewertung sollten die Straßen zur besseren Übersichtlichkeit möglichst im rechten Winkel aufeinanderstoßen. Dies ließe sich mit einer Verschwenkung erreichen, erklärte er der AZ. Für die Maßnahmen, auch eine leichte Auframpung, eine farbliche Gestaltung und Vorfahrt-gewähren-Schilder sind vorgesehen, ließen sich Fördermittel akquirieren.
Quelle: az-ePaper vom 4. März 2026
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