Grüne: Freiflächen-PV-Anlage für Kläranlage Wrestedt

Wie kann der Abwasserbetrieb der Samtgemeinde Aue angesichts rasant steigender Energiepreise in der Kläranlage Wrestedt und in den Abwasserpumpwerken Strom sparen? Dazu stellte Nils Noack von der Celle-Uelzen Netz GmbH (CUN), dem Dienstleister der Samtgemeinde, im Betriebsausschuss jetzt verschiedene Ideen vor, die er als „Gedankenanstöße“ bezeichnete.
    "Die Stromkosten machen etwa 65 Prozent des gesamten Aufwands der Kläranlage Wrestedt aus“, erklärte Noack. Das Ziel sei, den Stromverbrauch dort und in den Pumpwerken bis zum Jahr 2030 mindestens zu 80 Prozent durch selbst produzierte, erneuerbare Energien zu decken. Das entspreche rund 590 000 Kilowattstunden pro Jahr, rechnete Noack vor. Der Strom werde vollständig für den Eigenverbrauch genutzt.
     Einen Teil des Stroms will die CUN durch Photovoltaik-Anlagen auf Dachflächen der Kläranlage gewinnen. Dafür stünden derzeit 650 Quadratmeter zur Verfügung, so Noack. Auf diese Weise ließen sich rund 80 000 Kilowattstunden pro Jahr gewinnen. „Das stellt 15 Prozent der Energie der Kläranlage dar. Das Ziel von 80 Prozent wird damit bei Weitem nicht erreicht“, gab er zu. Zudem seien für den Strom große Speicherkapazitäten erforderlich.
    Weitere 70 000 Kilowattstunden könnten durch den Einbau neuer Technik in den Pumpwerken eingespart werden, sagte Noack. Zudem gebe es auch dort Dachflächen, die für Photovoltaik genutzt werden könnten. Um das Ziel von 80 Prozent erreichen zu können, seien aber weitere Maßnahmen geplant.
Im Betriebsausschuss kamen die Energiespar-Ideen gut an.
„Ich begrüße es sehr, dass wir uns jetzt schon strategisch Gedanken machen, wie wir bis 2030 dieses Ziel erreichen wollen“, sagte Markus Jordan (Grüne). Mit Blick auf Freiflächen-Photovoltaik-Anlagen fügte er hinzu: „Wir sollten sehr bald einsteigen, die planungsrechtlichen Grundlagen zu schaffen für Flächen, die in Frage kommen.“ Die Samtgemeinde habe das bereits im Blick, betonte Verwaltungschef Michael Müller: „Im Dezember wird das angeschoben.“
    Auch Philipp Ebeling (SPD) plädierte dafür, die Weichen zügig zu stellen. „Wir sollten erst mal anfangen und mit einer Sache konkreter werden“, meinte er.
(Quelle: az-online)

Fehlplanung Schillerstraße Uelzen: Radverkehr nicht berücksichtigt

Uelzen – Die Schillerstraße in Uelzen bleibt nach ihrer Sanierung, wie sie ist: Der Wunsch der Grünen im Rat, dort noch Fahrradschutzstreifen aufbringen zu lassen, ist vom Tisch. Die Diskussion zum Antrag im Bauausschuss offenbart allerdings: Zufrieden mit der Gestaltung der Schillerstraße ist die Politik nicht.
    Der Urteil der Grünen lautet: Bei der Sanierung der Schillerstraße sind zukunftsfähige Verkehre ausgeblendet worden. Jetzt gelte es, so der Grünen-Politiker Sebastian Kohrs im Bauausschuss, „das Beste daraus zu machen.“ Aus Sicht seiner Fraktion sind das Fahrradschutzstreifen – auf beiden Seiten der Straße.
   Kohrs verweist auf eine Aussage der Verwaltung aus dem Jahr 2019, dass zumindest ein solcher Schutzstreifen installiert werden könne. Wie die Verwaltung, in Form von Pierre-Pascal Berning (Abteilung Straßenbau und Verkehr) im Bauausschuss erklärt, vertritt sie inzwischen eine andere Auffassung. „Die Aussage von damals muss revidiert werden“, so Berning.
   Herangezogen werden von Berning die Straßenverkehrsordnung und die Empfehlungen für Radverkehrsanlagen (ERA). Demnach muss ein Fahrradschutzstreifen mindestens eine Breite von 1,25 Meter besitzen, besser mehr, ein Sicherheitsabstand zu den Parkstellen von 50 Zentimetern eingehalten und als Restbreite mindestens 4,50 Meter erreicht werden. Würden in der Schillerstraße mit einer Fahrbahnbreite von sechs Metern beidseitig oder auch nur auf einer Seite ein Schutzstreifen eingerichtet, werde die erforderliche Mindestbreite nicht mehr erreicht. Auch grundsätzliche Erwägungen sprechen gegen einen Schutzstreifen dort, weil laut Stadt ein Verkehr mit Spiegel und Lenker dicht an dicht zu erleben wäre. „Das schafft keinen Funken mehr Sicherheit“, so Berning.
    Rainer Schimmel, beratendes Mitglied im Ausschuss und in Sachen Radverkehr in Uelzen stark engagiert, zeigt sich unzufrieden mit der Situation in der Schillerstraße: Mit der Sanierung sei eine innerstädtische Rennstrecke entstanden. Mit den beidseitigen Parkstreifen und einem gegenläufigen Verkehr seien insgesamt vier Fahrspuren für Autos geschaffen worden. „Wir haben dem Auto gefrönt“, sagt Schimmel. Wenn keine Schutzstreifen zu installieren seien, dann „müssen wir vom Tempo 50 runter“, findet er.
    Auch keine Option, wie im Ausschuss ausgeführt wird – denn die Schillerstraße wurde als verkehrswichtiger Verbindungsweg ausgebaut. Entsprechend konnten auch Fördermittel genutzt werden. Bei Baukosten von rund drei Millionen Euro beliefen sie sich auf gut 700 000 Euro.
    Die Politik verwarf seinerzeit deshalb auch Überlegungen, ganz andere Wege zu gehen, die Straße beispielsweise als Fahrradstraße auszubauen. Uwe Holst (SPD) erinnert sich: Eigens sei ein Verkehrsgutachter eingeschaltet gewesen.
   Das Ergebnis der Sanierung, der Umstand, dass sich Schutzstreifen nicht mit den Vorschriften zur Straßenverkehrsordnung vereinbaren lassen, dies werfe die Frage auf, ob der richtige Ausbau gewählt wurde, so Sebastian Kohrs. Uwe Holst will Lehren aus dem Fall ziehen.
   Im Bauausschuss wird gut eine Stunde leidenschaftlich diskutiert, dann der Antrag der Grünen klar abgelehnt. Im Verwaltungsausschuss ziehen letztlich die Grünen den Antrag aus den von der Verwaltung vorgetragenen Gründen zurück.
(Quelle: az-ePaper)

Pascal Leddin im Landtag - Grüne Kreis Uelzen erzielen ihr zweitbestes Ergebnis

Die Wahl zum Niedersächsischen Landtag ist gelaufen, mit einem großen Erfolg für die Grünen im Landkreis Uelzen.
Ihr Kandidat Pascal Leddin ist über die Landesliste in den Landtag gewählt. Sein 20. Listenplatz reichte für den Erfolg aus, denn insgesamt beträgt die Stärke der neuen grünen Landtagsfraktion 22.
Nach langer Zeit ist damit der Landkreis Uelzen wieder mit zwei Abgeordneten in Hannover vertreten. Jörg Hillmer (CDU) gewann das Direktmandat.
Auffallend am Wahlergebnis ist das Erststimmenergebnis von Pascal, mit 13,1 Prozent der Stimmen liegt er vor dem Kreisergebnis der Grünen.
Damit stellen die Grünen Im Kreis Uelzen ihren zweiten Landtagsabgeordneten. Heiner Scholing vertrat den Grünen von 2013 bis 2017 im Landtag. Übrigens wurde er auch über den 20. Listenplatz gewählt. 
Nicht ganz  zufrieden sind die Grünen mit dem Zweitstimmenergebnis. Die Umfragen noch wenige Wochen zuvor haben mehr versprochen als "nur" 11,9 Prozent. Immerhin ist es nach 2017 (14,8 Prozent) das zweitbeste Landtagswahlergebnis in ihrer Geschichte.
Alle Wahlergebnisse aus allen Wahllokalen.
Infos zu den Wahlergebnisse siehe az-online.